Vielleicht ist es die Kraft in dir, die dich durch dein Leben trägt.
Nicht etwas, das du besitzen musst.
Nicht etwas, das dir jemand geben kann.
Sondern etwas, das in dir lebendig werden möchte.
Wir alle kommen mit einer ursprünglichen Lebenskraft in diese Welt.
Mit einer Energie, die uns mit unserem Körper, mit der Erde und mit unserem Leben verbindet.
Doch diese Kraft kann schwächer werden.
Wenn wir früh erfahren, dass unsere eigene Energie keinen Raum bekommt, wenn wir uns selbst nicht mehr spüren oder wenn wir immer wieder auf die Kraft anderer angewiesen sind, kann etwas in uns müde werden.
Dann leben wir vielleicht weiter - aber wir erleben unser Leben nicht mehr aus unserer eigenen Kraft.
Deshalb ist es wichtig, mit der eigenen Energie achtsam umzugehen.
Hüte deine Lebenskraft.
Sie ist kostbar.
Und vielleicht beginnt genau hier die Frage:
Wer bist Du?
Bist du in deinem eigenen Feld zu Hause?
Kannst du dich selbst tragen?
Oder hast du gelernt, dich vom Licht und von der Energie anderer Menschen tragen zu lassen?
Wir Menschen sind aufeinander angewiesen. Wir brauchen Beziehung, Gemeinschaft und Berührung. Niemand muss alles allein tragen.
Doch es gibt einen Unterschied zwischen
Verbundenheit und Abhängigkeit.
Wenn du dein eigenes Licht nicht mehr wahrnimmst, kann das Licht eines anderen Menschen leicht zu deinem eigenen werden.
Du fühlst seine Kraft und glaubst, es sei deine.
Du fühlst seine Lebendigkeit und hältst sie für deine.
Du fühlst seine Liebe und vergisst dabei, dass auch in dir ein eigener Zugang zu dieser Liebe existiert.
Vielleicht liegt darin eine der großen Bewegungen unserer Zeit:
Wir lernen, unser eigenes Licht wiederzufinden.
Die Seele kann dabei wie ein innerer Mittelpunkt erfahren werden.
Etwas in uns, das tiefer ist als unsere Rollen, unsere Vorstellungen und unsere Anpassungen.
Etwas, das uns immer wieder zu dem zurückführen möchte, was uns wirklich gut tut.
Vielleicht haben wir diesen Zugang lange verloren.
Vielleicht haben wir gelernt, die Welt vor allem über das Außen zu erleben: über Leistung, Zugehörigkeit, Erwartungen, gesellschaftliche Strukturen und die Vorstellungen anderer.
Und vielleicht erleben gerade Kinder besonders deutlich, wenn etwas darin nicht mehr stimmt.
Sie spüren Widersprüche.
Sie stellen Fragen.
Sie suchen nach etwas, das nicht allein durch Besitz, Unterhaltung oder äußere Möglichkeiten ersetzt werden kann.
Denn ein Mensch kann vieles haben und sich trotzdem innerlich leer fühlen.
Er kann alles bekommen und trotzdem nach einem Reiz suchen, der ihn wieder etwas fühlen lässt.
Vielleicht ist das keine Frage von Undankbarkeit.
Vielleicht ist es ein Ruf nach
Lebendigkeit
Nach etwas Echtem.
Nach einer Erfahrung, die nicht von außen erzeugt werden kann.
Und so stellt sich eine größere Frage:
Wie wollen wir als Menschen auf dieser Erde leben?
Wollen wir weiterhin versuchen, unsere Leere mit dem Licht anderer zu füllen?
Oder beginnen wir, unser eigenes Energiefeld wieder wahrzunehmen?
Vielleicht bedeutet die neue Zeit, von der dieser Text erzählt, genau das:
Dass etwas, worauf wir uns lange verlassen haben, nicht mehr in derselben Weise trägt.
Dass äußere Sicherheiten, alte Bilder und übernommene Wahrheiten ihre Kraft verlieren können.
Und dass wir dadurch gezwungen sind, etwas Eigenes zu finden.
Nicht als Rückzug aus der Welt.
Sondern als neue Form der Erdung.
Die Seele möchte nicht irgendwo über uns schweben.
Sie möchte in uns gelebt werden.
Im Körper.
Im Herzen.
In unserem täglichen Leben.
Vielleicht ist das der Weg, auf dem wir die verlorene Lebenskraft zurückholen.
Nicht indem wir etwas Fremdes in uns hineinbringen.
Sondern indem wir wieder Zugang zu dem bekommen, was längst in uns angelegt ist.
Dann können wir auch anderen Menschen begegnen, ohne ihr Licht zu brauchen, um selbst zu leuchten.
Wir können lieben, ohne uns zu verlieren.
Wir können verbunden sein, ohne uns abhängig zu machen.
Wir können geben, ohne uns selbst zu erschöpfen.
Und wir können empfangen, ohne das Empfangene mit unserer eigenen Kraft zu verwechseln.
Vielleicht ist das die eigentliche Erdung:
Dein Licht gehört dir.
Nicht als Besitz.
Sondern als deine Weise, lebendig zu sein.
Und vielleicht ist jetzt der Moment gekommen, in dem du dich fragst:
Wo ist dein Licht?
Wo spürst du deine eigene Kraft?
Was in dir möchte wieder lebendig werden?
Welche Energie hast du bisher bei anderen gesucht, obwohl sie in dir selbst ihren Ursprung finden möchte?
Und kannst du offen genug werden, sie zu erkennen?
Vielleicht musst du dafür nichts Neues lernen.
Vielleicht musst du nur beginnen, wieder wahrzunehmen.
Dein Körper.
Dein Herz.
Deine Seele.
Deinen eigenen Weg.
Denn irgendwann kommt der Moment, in dem du nicht mehr fragst: „Woher bekomme ich meine Energie?”
Sondern:
„Was geschieht, wenn ich mein eigenes Licht wieder lebe?”
Vielleicht beginnt genau dort dein eigentliches Potenzial.
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